1947
Die erste Export-Messe - eine Idee der britischen Besatzer
Exportieren statt resignieren, fordern die Besatzer der Bizone in den Nachkriegsjahren von Westdeutschland. Die Deutschen sollen sich trotz der desolaten wirtschaftlichen Lage wieder aus eigener Kraft versorgen, um England und den USA nicht zur Last zu fallen und zugleich die Kriegsschulden mit hochwertigen Gütern zu begleichen. Auf eine britische Initiative geht denn auch die erste Export-Messe zurück. Ein Glück, das den zuerst skeptischen Deutschen förmlich aufgedrängt werden muss. Düsseldorf als Messestandort lehnt den Vorschlag ab.
Die Deutsche Messe- und Ausstellungs-AG wird deshalb in Hannover gegründet und bringt millionenschwere Investitionen in die zerstörte Stadt. Allein das Grundkapital der Messegesellschaft beträgt 1,2 Millionen Reichsmark. Der Erfolg der ersten Export-Messe bestätigt die Veranstalter. 1934 Exportverträge im Wert von 31,6 Millionen US-Dollar werden zwischen dem 18. August und dem 7. September 1947 auf dem Messegelände geschlossen.
1949
Erste Teilung
Bereits zwei Jahre nach der Gründung beklagen Unternehmen, dass die Messehallen nur beschränkt Platz bieten und Aussteller abgewiesen werden müssen. Die Messe wird deshalb geteilt. Nach der allgemeinen Export-Messe im April 1949 erhalten Hersteller technischer Produkte wenige Wochen später eine eigene Plattform mit dem Namen Deutsche Industrie-Messe. Die Zahl der Aussteller steigt sprunghaft an.
1950
Ausländische Aussteller beteiligen sich an der Export-Messe
Trotz der außenpolitischen Isolation Deutschlands verbucht die Export-Messe bereits 1950 Aussteller aus zehn unterschiedlichen Ländern, darunter die USA. Noch bevor der diplomatische Dienst der neuen Bundesregierung Ergebnisse vorweisen kann, knüpfen die Vertreter der Messe Kontakte ins Ausland. Bereits 1948 verfügt das Messegelände in Hannover über die erste Telefonverbindung nach New York. In den Folgejahren des Wirtschaftswunders boomt die deutsche Industrie - und mit ihr die Messe in Hannover.
1954
Größe zählt - die Zeit der Mehrbranchen-Messen bricht an
Vergleichbar der Expansion von Warenhausketten in Zeiten des Wirtschaftswunders sind in den 50er Jahren auch Messen als Universalausstellungen gefragt. Die hannoversche Messelandschaft soll zum Abbild der gesamten deutschen Industrie werden und deren fabelhaften wirtschaftlichen Aufschwungs, hoffen Veranstalter wie Aussteller. Hatte man sich noch wenige Jahre zuvor für die Teilung stark gemacht, gelten nun Größe und Vielfalt als Voraussetzungen für den Erfolg. 1954 wird die Trennung der Messe wieder aufgehoben.
1961
Fachmesse Büroindustrie als Mutter der CeBIT
Ende der 50er Jahre nimmt die Bürotechnologie auf der Deutschen Industrie-Messe immer mehr Raum ein. Auch im internationalen Vergleich gewinnt die Fachmesse an Bedeutung. Sie ist ab 1961 die weltweit größte Zusammenkunft von Herstellern und Händlern der Branche. Klobige Rechenmaschinen und Kommunikationsgeräte lassen allerdings kaum erahnen, welche Entwicklung der Ausstellung noch bevor steht. Die Industrie-Messe heißt ab jetzt HANNOVER MESSE.
1970
CeBIT erhält Namen und Standort
Für die rasant wachsende Fachmesse Bürowirtschaft - zu dieser Zeit noch Teil der HANNOVER MESSE - wird ein eigenes Gebäude gebaut: das Centrum der Büro- und Informationstechnik (CeBIT). Die neue Halle 1 setzt sowohl mit ihren räumlichen Dimensionen als auch mit der Verknüpfung mehrerer Funktionen neue Maßstäbe. Mit 70.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche - etwa zehn Fußballfelder groß - wird sie 1984 als weltgrößte Messehalle ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Im Kellergeschoss entstehen Parkmöglichkeiten, auf dem Dach der Halle werden 750 Fertighäuser aufgestellt und zu Messezeiten vermietet.
1975
LIGNA löst sich aus der HANNOVER MESSE
Wie viele Fachmessen entspringt die LIGNA der HANNOVER MESSE. Die Hersteller von Maschinen zur Holzverarbeitung und Forstwirtschaft nehmen Mitte der 70er Jahre einen so großen Teil der Ausstellungsfläche ein, dass angesichts des anhaltenden Booms eine eigene Fachmesse nötig wird. Die Abnabelung von der Mutter glückt. Die LIGNA bleibt bis heute Leitmesse der Holzverarbeitungsbranche.
1980
Erstes Partnerland präsentiert sich bei der HANNOVER MESSE
Als Ort internationaler Kontakte beschäftigt sich die HANNOVER MESSE zunehmend mit ihren ausländischen Gästen. Jährlich stellt sich nun ein Land mit seinen Produkten, geographischen und kulturellen Eigenheiten vor. Erstes Partnerland wird 1980 Brasilien. Seither haben sowohl europäische Nachbarn, beispielsweise Frankreich, als auch Länder entfernter Kontinente wie China und Korea die Chance genutzt, sich und ihre Kultur zu präsentieren.
Die Messe der Messen
Deckte die HANNOVER MESSE in den 70er Jahren noch 29 Themenbereiche ab, konzentrieren sich die einzelnen Fachmessen nun auf lediglich zehn Schwerpunkte. Unter dem Schlagwort "Messe der Messen" finden zeitgleich zehn Fachmessen statt, von denen fünf die jeweils größten ihrer Branche weltweit werden, allen voran die Messe für Elektrotechnik gefolgt vom Centrum der Büro- und Informationstechnik (CeBIT).
1981
Deutsche Messe AG übernimmt Verbrauchermesse Infa
Die Ursprünge der Verbrauchermesse Infa lassen sich bis in die 50er Jahre zurückverfolgen. Hausfrauen forderten damals die Ausstellungsgesellschaft Heinrich Heckmann auf, die Klientel der Mutter und Hausfrau zu berücksichtigen. Heckmann richtete darauf die erste Messe für Haushaltsgeräte aus. Fast 30 Jahre später übernimmt die Deutsche Messe AG die Firma Heckmann und damit auch die frühere Hausfrauenmesse, die inzwischen den Namen Informationsmesse für Familien trägt - die Infa. Heute zählt die Messe mit rund 220.000 Besuchern und 1.300 Ausstellern zu den größten in Deutschland.
1985
BIOTECHNICA - neue Plattform für eine neue Wissenschaft
In den 80er Jahren betritt eine junge wissenschaftliche Disziplin das Feld: die Biotechnologie. Erkenntnisse aus Biochemie und Mikrobiologie sind nicht mehr nur für die Forschung interessant, sondern auch konkret von Nutzen für die Herstellung von Medikamenten, von Saatgut und Lebensmitteln sowie in der Medizin. Mit einem Fachbesucheranteil von beinahe 100 Prozent bietet die BIOTECHNICA ab 1988 Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen eine internationale Plattform für den Austausch unter Fachleuten. 1985 Gründung der HANNOVER-MESSE INTERNATIONAL GmbH (HMI) Das Auslandsgeschäft der Deutschen Messe AG wächst stetig, so dass die Aktivitäten schließlich in einer eigenständigen Gesellschaft zusammengefasst werden. Von 1981 an zunächst nur Geschäftsbereich der Muttergesellschaft, operiert die HANNOVER-MESSE INTERNATIONAL GmbH (HMI) ab 1985 selbstständig. Erfolgreichen Modelle einzelner Fachausstellungen der HANNOVER MESSE werden auf Veranstaltungsorte im Ausland übertragen.
1986
CeBIT wird selbständig - HANNOVER MESSE teilt sich in Bürotechnologie und Industrie auf
Anfang der 80er Jahre erlebt die HANNOVER MESSE regelrechte Höhenflüge. Besuchermassen bringen die Infrastruktur von Stadt und Messegelände an ihre Grenzen. Als 80.000 Besucher an einem Tag auf das Gelände strömen, gehen zuletzt sogar die Eintrittskarten aus. Im November 1984 fällt deshalb die Entscheidung: Die Messe wird ein weiteres Mal in ihrer Geschichte aufgeteilt. Ab 1986 firmiert die Sparte der Bürotechnologie unter dem Namen Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation (CeBIT) als eigenständige Veranstaltung. Sowohl die Mutterveranstaltung HANNOVER MESSE Industrie als auch die CeBIT sind auf ihren Gebieten weltweit führend.
1987
Deutsche Messe AG erhält ihren Namen
Die ehemalige Deutsche Messe- und Ausstellungs-AG erhält den kürzeren und prägnanteren Namen Deutsche Messe AG.
1988
Messegelände ist Geburtsort der europäischen Währungsunion
Im Juni 1988 kommen die Regierungschefs der EG-Mitgliedsstaaten auf dem Messegelände zusammen. Unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) werden die Weichen für den freien Binnenmarkt innerhalb der Europäischen Gemeinschaft (EG) ab 1992 und für die spätere Währungsunion gestellt. Ein Gipfeltreffen, das in seiner Art für Hannover einmalig bleibt.
1989
Messestandort Hannover als Drehscheibe zwischen Ost und West
Mit dem Fall der Mauer 1989 gewinnt der Standort Hannover an Bedeutung als Drehscheibe zwischen Ost und West. Politiker und Wirtschaftsvertreter haben die Messe zwar schon in den vorangegangenen Jahren als Raum für internationale Kontakte entdeckt, Anfang der 90er Jahre kommt durch die Öffnung der Ostmärkte jedoch ein neues Publikum hinzu. Die Funktion der HANNOVER MESSE erhält umso mehr Gewicht, als zu dieser Zeit kein vergleichbarer Ort für geschäftliche Kontakte zwischen Ost und West existiert.
1989
DOMOTEX - Teppichdesign aus aller Welt
Von Beginn an ist die DOMOTEX das international wichtigste Ereignis der Branche. 531 Hersteller aus aller Welt treffen sich in Hannover und präsentieren Anfang 1989 geknüpfte und gewebte Teppiche. Bis heute ist die Veranstaltung international geprägt, vier von fünf Ausstellern stammen aus dem Ausland. Knapp drei Viertel der Besucher sind Führungskräfte. Inzwischen ist die Zahl der Aussteller auf rund 1400 angestiegen.
1996
Die erste Messe im Internet
Nur sieben Jahre nach der Entwicklung des World-Wide-Web (1989 in Genf/Schweiz) macht sich die Deutsche Messe AG die neue Technologie zunutze und bietet mit "GLOBIS" den ersten virtuellen Messestandort im Internet an. Rund um die Uhr können Besucher von zu Hause aus auf sämtliche Produktinformationen zugreifen - eine Revolution. Zum Vergleich: Das Versenden einer E-Mail kostet damals zehn Pfennig, die Telekom rechnet den Internetbesuch noch im Minutentakt ab. Erstmals ist das Internet auch als Thema bei der CeBIT von Bedeutung.
2000
Weltausstellung EXPO 2000
Im Vorfeld der geplanten Weltausstellung EXPO 2000 erlebt die Messe in den 90er Jahren einen Investitionsschub. Mit mehr als 1,6 Milliarden DM werden Gelände und Verkehrsanbindungen massentauglich gemacht. So kann die Deutsche Messe AG ihren internationalen Spitzenplatz behaupten. Hannover besitzt zu dieser Zeit das modernste und größte Messegelände der Welt. Eine wegweisende Messearchitektur gilt als internationales Vorbild und Referenz.
2001
CeBIT auch in der Türkei und in China
Die Leitmesse CeBIT wird erstmals nicht nur in Hannover, sondern auch in anderen Regionen der Welt veranstaltet. Besonders der Wirtschaftsboom im asiatischen Raum zieht das Interesse auf sich. Den Auftakt für den internationalen Auftritt bildet deshalb auch die CeBIT asia in Shanghai. Es folgt die CeBIT eurasia in Istanbul. Zeitgleich eröffnet die Deutsche Messe AG gemeinsam mit den Messegesellschaften Düsseldorf und München in Shanghai das "Shanghai New International Expo Center" (SNIEC), ein Messegelände mit einer Hallenfläche von 45.000 Quadratmetern, das sich in wenigen Jahren zum wichtigsten Messestandort Chinas entwickeln soll.
2004
Deutsche Messe AG im Zeitalter der Globalisierung
Mit 27 Auslandsmessen passt sich die Deutsche Messe AG an eine immer stärker globalisierte Welt an. Deutschland als Exportweltmeister, Osterweiterung der EU und der NATO sind nur drei Stichpunkte, die die Herausforderungen der Zeit umschreiben. Die Leitmessen CeBIT, HANNOVER MESSE, BIOTECHNICA und DOMOTEX bleiben Flagschiffe der Deutschen Messe AG und erringen zunehmend auch in China, Südostasien, Australien, Indien, Brasilien, in der Türkei und den USA Marktanteile.
2008
Joint Venture mit Fiera Milano
Um sich im internationalen Markt strategisch besser aufzustellen, schließt sich die Deutsche Messe AG mit dem zweiten führenden europäischen Messeveranstalter Fiera Milano zu einem Joint Venture zusammen. Die Unternehmen wollen gemeinsam schneller in den Wachstumsmärkten Russland, China und Indien Fuß fassen und dabei gegenseitig von Marktposition und Know-How profitieren.
Qualität statt Masse - CeBIT wagt den Neustart
Die weltweit wichtigste Messe für digitale Industrie drückt den Reset-Knopf und startet ein neues Programm. Vorträge und Fachveranstaltungen ziehen nun unter den Besuchern anteilig wieder mehr Spezialisten an. Die CeBIT wird von sieben auf sechs Tage verkürzt. Zum ersten Mal ist auch der Umweltgedanke unter dem Titel "Green IT" auf der Messe Thema. Der inhaltliche Einschnitt erweist sich als richtig: In sechs Tagen werden mehr als 10 Millionen Geschäftsgespräche geführt, Investitionen angebahnt und Aufträge geschrieben.
Bislang stärkstes Jahr der Geschichte des Unternehmens.
Mit 106 Veranstaltungen, die mehr als 39.000 Aussteller und 3,22 Millionen Besucher anziehen, zählt die Deutsche Messe AG international zur Spitzengruppe der Messeveranstalter.
2009
Der Entschluss fällt - SNIEC wird voll ausgebaut
Trotz Wirtschaftskrise wird das Messegelände "Shanghai New International Expo Center" (SNIEC) in China zur endgültigen Größe von 200.000 Quadratmetern Hallenfläche und 130.000 Quadratmetern Freigelände erweitert. Ende 2010 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Das Gelände hat sich seit seiner Eröffnung im Jahr 2001 zum wichtigsten Messestandort Chinas entwickelt. 2009 Chinesische Tochtergesellschaft feiert 10-jähriges Bestehen
Die von der Deutschen Messe 1999 gegründete Tochtergesellschaft Hannover Fairs Shanghai Ltd., die heute als Hannover Milano Fairs Shanghai Ltd. firmiert, blickt auf zehn erfolgreiche Jahre zurück. In der Zeit hat sie den Messemarkt in China bedeutsam verändert und veranstaltet jährlich bis zu 15 Messen in den großen chinesischen Wirtschaftszentren rund um Shanghai, Peking, Chengdu und Guangzhou.
Deutsche Messe engagiert sich in Japan
Mit einem neuen Tochterunternehmen weitet die Deutsche Messe ihre Aktivitäten auf dem japanischen Markt aus. Die Deutsche Messe Japan K.K. stärkt zunächst die Aussteller- und Besucherwerbung für die internationalen Leitmessen in Hannover und baut den Kontakt zu den führenden japanischen Unternehmen auf.
2010
Auslandsmessegeschäft wird erweitert und neu strukturiert
Mit 13 neuen Auslandsmessen hat die Deutsche Messe ihr bestehendes Portfolio erfolgreich ausgebaut. Unter anderem veranstaltet die Deutsche Messe AG mit einem Kooperationspartner die ersten Messen in Moskau aus dem Themenportfolio der HANNOVER MESSE. Die Veranstaltungen werden ein großer Erfolg. Um ihre Position im internationalen Wettbewerb weiter zu stärken, wird zusätzlich die Segmentstruktur gestrafft: Die Tochtergesellschaft Hannover Messe International (HMI) - die künftig unter Hannover Fairs International GmbH firmiert - verantwortet alle internationalen Messen außerhalb von Deutschland. Das verleiht der Wachstumsstrategie der Deutschen Messe zusätzliche Schubkraft.
Convention Center gewinnt Location Award
Bester Ort für kreative Großevents: Veranstaltungsexperten haben das Convention Center mit dem Location Award 2010 ausgezeichnet. Vor allem die Nutzungsmöglichkeiten, der Service, die Infrastruktur und die Kommunikationsmittel haben die Jury überzeugt. 2010 Breites Veranstaltungsportfolio glänzt mit Erfolgsbilanz Ob Medizinkongress, Open-Air-Konzert oder Sportevent: Mit mehr als 50 Veranstaltungen war das Messegelände ein echter Besuchermagnet.
Die Deutsche Messe verbucht 2010 als erfolgreichstes Jahr im Bereich Kongresse, Events und Gastveranstaltungen. Ein besonderes Highlight war das Konzert von AC/DC, auf dem 80 000 Fans rund um den Hermes-Turm und unter dem Expo-Holzdach gemeinsam tanzten.
2011
Deutsche Messe baut ihre Position in Russland aus
Im Februar nimmt die neu gegründete russische Tochtergesellschaft OOO Deutsche Messe RUS ihre Arbeit auf. Damit setzt die Deutsche Messe einen wichtigen Meilenstein für ihre Expansion nach Osteuropa und schafft die Grundlage, für eine führende Rolle auf diesem dynamischen Markt.

