• Mehr als 20 % Wachstum auf 6.600 Teilnehmende bei der zweiten Ausgabe der Pro Care in Hannover
  • Mehr als 30% Wachstum bei der Ausstellerzahl und vollständig ausgebuchte Ausstellungsfläche mit rund 250 Unternehmen
  • Starke Präsenz digitaler und KI-gestützter Lösungen für die Pflegepraxis
  • Hochrangige politische Beteiligung mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, der Pflegebeauftragten der Bundesregierung Katrin Staffler und dem niedersächsischen Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi
  • Nächster Termin: 2. und 3. Februar 2027 in Hannover
  • Hannover. Mit einem starken Wachstum von mehr als 20% auf 6.600 Teilnehmende ist am Mittwoch in Hannover die zweite Ausgabe von Deutschlands neuer Pflegemesse Pro Care zu Ende gegangen. Unter dem Leitsatz „Damit Pflege Zukunft hat“ brachte sie Entscheiderinnen und Entscheider, Pflegefachkräfte, Unternehmen, Start-ups sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaft zusammen. Die Fachmesse fand zum zweiten Mal statt und verzeichnete eine vollständig ausgebuchte Ausstellungsfläche. Rund 250 Unternehmen präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen für die verschiedenen Bereiche der Pflege. Auffällig stark vertreten waren digitale und KI-gestützte Anwendungen.

    „Was mich besonders freut, ist das große Engagement und Fachwissen, das hier zusammengekommen ist. Aber auch der Stolz auf den Beruf. Gleichzeitig wurde gezeigt, wie viele Produktinnovationen und digitale Lösungen schon heute dazu beitragen können, Pflegekräfte und das Management im Alltag zu entlasten, sei es durch KI-gestützte Anwendungen- und Dokumentationen, intelligente Assistenzsysteme oder ergonomische Lösungen für gesünderes Arbeiten. Genau dieses Zusammenspiel aus Professionalität, Haltung und praktischer Unterstützung macht die pro Care zu einer so besonderen Plattform“, sagte Pro Care Projektleiterin Heike Grosch von der Deutschen Messe.

    Spitzenpolitik aus Bund und Land vor Ort

    Mit der Bundesgesundheitsministerin und Schirmherrin Nina Warken, der Pflegebeauftragten der Bundesregierung Katrin Staffler und Dr. Andreas Philippi besuchten gleich mehrere maßgebliche Vertreterinnen und Vertreter aus Bund und Land die Pro Care. Damit wurde die Relevanz der Pro Care als Plattform für die Pflege deutlich.

    Laut Katrin Staffler seien die Aufgaben groß, ebenso die Erwartungshaltung. Sie sprach sich dafür aus, das große Ganze im Blick zu behalten – einzelne Stellschrauben würden bei einer Reform nicht reichen. In ihrer Keynote betonte sie außerdem, dass die Digitalisierung heute noch zu wenig genutzt werde, in Zukunft allerdings umso mehr. Darüber hinaus ging sie auf die Bedeutung der Prävention ein, um vorhandene Ressourcen zu erhalten.

    Der niedersächsischen Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi bezeichnete die Pro Care als „Seismograf für die Pflege", da sie zeige, wie viel Mut und Innovationskraft in der Pflege stecke. „Die Pflege braucht politische Entscheidungen, die der Realität standhalten und Gemeinschaft“, sagte er weiter.

    30% Wachstum bei der Ausstellzahl: 250 Unternehmen zeigten konkrete Lösungen für den Pflegealltag

    Bereits Wochen vor Veranstaltungsbeginn war die Ausstellungsfläche vollständig vergeben. Rund 250 Unternehmen präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen entlang der gesamten Pflegepraxis. Damit wuchs auch die Ausstellerzahl um mehr als 30% im Vergleich zur Premierenveranstaltung.

    Gezeigt wurden unter anderem KI-basierte Wunddokumentation, 3D-Bewegungsanalysen zur Sturzprävention, intelligente Hausnotrufsysteme, Sensorik zur Haltungskorrektur für Pflegekräfte sowie IoT-basiertes Energiemonitoring. CRM-Systeme für modernes Aufnahmemanagement trafen auf großes Interesse. Auch Mobilitäts- und Aktivierungskonzepte, spezialisierte Ernährungslösungen für Menschen mit Schluckbeschwerden sowie moderne Hygiene-, Reinigungs- und Wäschereisysteme waren stark nachgefragt. Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer Institut präsentierten innovative Entwicklungen, darunter ein intelligentes Sensorpflaster zur frühzeitigen Erkennung von Druckgeschwüren.

    Ein Publikumsmagnet war zudem der humanoide Roboter AMECA, der im Rahmen einer Best-Practice-Fläche vom „Cluster Zukunft der Pflege“ vorgestellt wurde, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Mitgebracht wurde AMECA vom Oldenburger Institut OFFIS. „Die Pro Care bot uns eine hervorragende Möglichkeit mit den Pflegefachpersonen und anderen Akteuren über die Zukunft der Pflege ins Gespräch zu kommen“, sagte Projektleiterin Dr. Regina Schmeer-Oetjen vom Pflegepraxiszentrum in Hannover, welches Teil des Clusters ist.

    Fachprogramm mit Praxisbezug auf fünf Bühnen

    Auf der SpotlightStage wurden aktuelle Fragestellungen aus Pflegepraxis, Management und Politik diskutiert. Mediziner und TV-Moderator Dr. Johannes Wimmer warnte vor einem sich anbahnenden „Pflege-Tsunami“ und sprach sich für den notwendigen Zugang für Pflegende Angehörige zu Fachwissen aus der Pflege aus. Zu diesem Zweck stellte er sein digitales Lernformat „Pflege ABC“ vor.

    „Die Pro Care hat einmal mehr gezeigt, wie groß der gemeinsame Gestaltungswille in der Pflege ist. In den vielen offenen Gesprächen und spannenden Vorträgen wurde deutlich: Professionelle Pflege, pflegende Angehörige und digitale Lösungen gehören zusammen. Wenn wir Wissen teilen, Schnittstellen stärken und Pflege ganzheitlich denken, entsteht echte Entlastung, für Fachkräfte, Familien und letztlich für das gesamte System“, sagte Wimmer.

    Der UVN-Dialog „Niedersachsen im Blick“ griff politische Fragestellungen auf und diskutierte die Verantwortung von Politik, Trägern und Gesellschaft.

    Auf der InnoStage powered by MEDIFOX DAN präsentierten Start-ups und etablierte Unternehmen ihre Innovationen in kompakten Pitches und mit dem Dialogformat „Das Boot - sponsored by opta data“ wurde Raum für Gespräche über Würde, Verantwortung und Unternehmenskultur in der Pflege geschaffen. Auch bekannte Namen aus der Pflegebranche wie die Demenzexpertin Sophie Rosentreter waren als Speaker an Bord.

    Begleitender Fachkongress „Zukunft pflegen“

    Parallel zur Messe fand im Convention Center erneut der vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) kuratierte Kongress „Zukunft pflegen“ statt. „Der bpa-Kongress auf der Pro Care 2026 hat die Themen für dieses Jahr der Pflegereform gesetzt. Politik und Verbände müssen sich auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam schnell wirksame Lösungen entwickeln. Die sichere pflegerische Versorgung steht dabei im Vordergrund. Die Pro Care selbst war erneut die Plattform für spannende Entscheidergespräche und das Klassentreffen der Pflegebranche zum Jahresauftakt“, sagte Bernd Meurer, Präsident des bpa.

    Fast 40 Unternehmen hatten sich um die BPA-Zukunftsawards beworben. Gewonnen haben diesen der Pflegedienst Kremer aus dem hessischen Hammersbach für seinen KI-Einsatz auf vielen Gebieten, die Schönberg Pflege- und Seniorendienste aus Heilbronn für ihre betriebliche Sprach- und Integrationsförderung und die palliative Tagespflege Aki aus Heidelberg.

    Wertschätzung für Pflegefachkräfte: Verleihung des Pro Care Hero Awards

    Im Rahmen der Messe wurde der Pro Care Hero Award als Zeichen der Wertschätzung für beruflich Pflegende verliehen. Ausgezeichnet wurde der Altenpfleger Marco Klemm, der in Hameln in einem Seniorendomizil tätig ist. Er wurde auf der Pro Care 2026 offiziell geehrt und konnte einen Reisegutschein als Gewinn mit nach Hause nehmen.

    Ausblick

    Die nächste Pro Care findet am 2. und 3. Februar 2027 erneut auf dem Messegelände in Hannover statt. Bereits während der Veranstaltung 2026 meldeten die ersten Unternehmen ihre Teilnahme an.

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